*Klock*.. *Klock*.. Das Geräusch hörte sich an wie ein nasses Handtuch, das auf den dicken Hintern eines europäischen Gastes gehaun wird. *Klock* Nanu? fragte er sich. Er schaute sich um und sah die alte Frau am Boden hocken. Die wird doch nicht! Oh Gott, das ist ja ekelhaft! *Klock!*
Rückblende
19.01. Die Fahrt nach Nha Thrang
Von diesem Tag gibt's eigentlich nicht so viel zu berichten. Verdammt zeitig aufstehen mussten wir, kurz nach sechs! Da waren selbst die letzten Tage der Masterarbeit entspannter! Nachdem wir die mit der Uhrzeit verbundene Morgengrummelei überwunden hatten, ging's los zum Bus. Dieser sollte uns von Saigon nach Nha Trang bringen. Und, um es kurz zu machen, er tat es auch. Dennoch soll an dieser Stelle auf die komfortablen Reisemöglichkeiten in Fern Ost hingewiesen werden.
Liegesitze! Für 10 Stunden Fahrt perfekt. Wobei, selbst für mich die Betten, beziehungsweise Sitze, ein klein wenig zu kurz geraten waren. Suse konnte allerdings seelenruhig schlafen. Der schönste Moment der gesamten Busfahrt war derjenige, als wir das Meer erblickten.
Der Rest dieses Tages war auch nicht soooo spektakulär. Ankunft und Hostel finden, einchecken, was Essen gehen. Was man halt so macht im Urlaub. Vielleicht noch eine Information zum Restaurant "Lantern", in welchem wir dinnierten (Oha!). Die Betreiber_innen machen es sich zur Aufgabe, mit ihren Einkünften Waisenkindern zu helfen. Es werden Schulen gebaut und ausgestattet und den Kindern eine Zukunft geboten. Nach der Pause im Café in Saigon, dass körperlich beeinträchtige Angestellte hat, dem Einkauf in der Werkstatt mit den Menschen mit körperlichem Handicap (resultierend aus Agent Orange) setzen wir unsere Tour der guten Taten fort!
Stichwort Abendessen! Also, Suse stellte fest, dass man hier auch einen Kochkurs machen könne. Gesagt, getan. Für Dienstag stand der Kochkurs fest und damit war dieser Sonntag quasi dann auch vorüber.
Ach, die beste Geschichte des Tages zum Schluss: Unsere sehr, sehr, sehr (!), sehr nette Bedienung in diesem ganz hervorragendem Restaurant blieb eine ganze Weile bei uns am Tisch und wir plauderten über dies und das. Und unter anderem, nachdem ich erzählt hatte, dass ich mit dem Studium fertig geworden bin, fragte sie, wie alt ich wäre. Wir ließen sie schätzen und sie vermutete mich auf 22 (!!). Vor lauter Stolz und Dankbarkeit bestellten wir gleich mal noch 2 Milchshakes. Prost!
20.01. Nha Thrang
Welch ein Genuss! Ausschlafen! Bis um 8! .. Was ist nur mit uns los? Senile Bettflucht? Naja, wenn man schon mal wach ist, kann man auch frühstücken gehen. Und den Tag planen. Wir einigten uns auf eine Stadtbesichtigung zu Fuß. Und wie man so durch die Stadt läuft, sieht man die Vorbereitungen zum Tet-Fest. Überall Kumquat-Bäumchen, Lampions, Präsentkörbe, kleine längliche Päckchen, die den Norden Vietnams darstellen und kleine quadratische Päckchen, die den Süden des Landes symbolisieren. Was man sich halt so schenkt, zu solch einem Feiertag.
Unser erster Weg führte uns vorbei an einem Marktplatz, an dem wir uns mit Obst eindeckten. Und schon wieder zu viel bezahlt für so n paar läppische Litschis. Seit dem reden wir uns ein, dass wir mit dem Geld, was wir zu viel bezahlt haben einer vietnamnesischen Familie das Festtagsessen spendiert haben.
Mit Ärger und Litschis im Bauch gings los mit Sight-Seeing. Lassen wir die Kirche mal links liegen, die wir uns angesehn haben und gehen gleich weiter zur weißen Buddha-Statue. Dazu mussten wir von eben jener links liegen gelassenen Kirche nochmal quer durch die Stadt und somit verschiedene Straßen überqueren. Nachdem sie lebend auf der anderen Straßenseite angekommen war, hatte Suse folgende Assoziation:
Zu dem Frosch kommen wir später nochmal. Nicht vergessen! Ok. Weißer Buddha. Ich schweife immer ab..
Wunderschön, die Statue. Allerdings muss man sich ganz schön in Acht nehmen vor kleinen und sehr flinken Taschendieb_innen. Na, ist ja nüscht passiert (für all die sich sorgenden Eltern zu Hause). Von der Statue aus ging es weiter zu den Cham Türmen. Eine hinduistische Anlage aus dem 7. Jahrhundert. Dafür sind wir noch einmal quer durch die Stadt gelaufen.
25°C in der Sonne können janz schön anstrengend sein. Da tut eine kühle Dose amerikanischer Zuckerbrause sehr recht kommen.. tun.. Interessanterweise wurden wir in dem Lokal unserer Wahl zunächst auf russisch begrüßt (vietnamnesisches Restaurant). Obwohl wir richtig stellten, dass wir beide kein Wort der russichen Sprache mächtig waren, am wenigsten davon noch lesen, wurden wir noch mit einem "Doswidanja" verabschiedet. Insgesamt deckt sich diese kurze Episode mit unserer Wahrnehmung. Irgendwie erscheint Nha Thrang eine russische Enklave zu sein. Hier gibt's alles auch unter kyrillischen Vorzeichen. Spannend wird's dann, wenn beim Abendessen "Ra-Ra-Rasputin.." erschallt. Und damit hab ich mir gerade selbst einen Ohrwurm verpasst.. Der Rest des Abends verlief unspektakulär. Tauchgang buchen, Weiterfahrt buchen, Abend essen und anschließend den Tag ausklingen lassen.

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