23.03. Kampot
Gestern also Geisterstadt, heute ging's dahin, wo der Pfeffer wächst. Nun endlich kann ich einen Ort mit dem Wunsch der alten Dame von Station in Verbindung bringen, die eben jenen Spruch brachte, als sie (aus Versehen) bei der Haarwäsche Seife ins Auge bekam.
Wir suchten uns ein TukTuk.. So fangen eigentlich keine guten Geschichten an, heute aber hatten wir mal Glück. Wir hielten, auf gut Glück ein solches Gefährt an und erwischten einen sehr gut englisch sprechenden Fahrer. Der fuhr uns zu allererst zu den Salzfeldern.
Und hier zeigte sich schon, was für einen exzellenten Guide wir heute hatten. Er erzählte uns so ziemlich alles über die Salzfelder. Dass das Wasser aus dem Fluss hierher geleitet wird, die Sonne die Felder austrocknet und so schließlich das Salz abgetragen werden kann. Dann wird es verkauft. Es ist zwar kein besonders gutes, weil verschmutztes Salz, aber dafür eben günstig. Und während er so redete, geriet er in Rage über die aktuellen politischen Verhältnisse, über die Khmer Rouge und insbesondere den aktuellen Premier Minister, der eben auch schon bei denen aktiv war und nun an seinem Sessel klebt, wie es Diktatoren eben so an sich haben. Änderung scheint dabei so schnell nicht in Sicht.
Karim, unser Fahrer, erzählte sehr viel über die Verhältnisse in seinem Land, die Korruption, die Verkäufe wichtigster Staatsschätze, wie des Angkor Wat nach Vietnam, die Armut der Bevölkerung und, und, und..
Irgendwie beruhigte sich Karim dann wieder und wir fuhren weiter zu ein paar Höhlen. Hier übernahmen ein Junge und ein Mädchen die Führung. Beide wieder sehr gut englisch, zum Teil sogar deutsch sprachig, nicht das wir auf letzteres hier besonderen Wert gelegt hätten, aber beeindruckend war's schon! Wir bekamen steinerne Krokodile, Adler aber auch Elefanten zu sehen. Letztere sind übrigens besonders häufig in den hiesigen Höhleen anzutreffen. Wenn also jemand fragen sollte, was man in den Felsen erkennen würde, liegt man mit der Vermutung "n Elefant vielleicht?" fast nie verkehrt.
Dann kamen wir noch an einem 1300 Jahre alten buddhistischen Schrein vorbei. Der war wohl bis 1979 etwas imposanter in seiner Erscheinung.
Wir kraxelten noch ein bisschen durch die Höhle, wurden von den Kindern noch ein, zwei mal erschreckt und kamen dann wieder ans Tageslicht.
Dort wartete Karim auf uns und weiter ging's. Endlich dahin, wo eben jener eingangs erwähnte Pfeffer wächst. Auch hier kannte sich unser TukTukfahrer ziemlich gut aus und er erklärte uns alles Wesentliche zum Pfeffer hier: Dass das vor der Machtergreifung der Roten Khmer in den Pariser Cuisines der beliebteste Pfeffer war. Dass der beste Pfeffer der weiße ist, gefolgt von schwarz, dann rot und dann grün und noch ein bisschen was zum Anbau selbst.
Eigentlich waren wir mit unserer Tour hier schon am Ende. Karim aber zeigte uns noch den geheimen See, der seinen Namen auch aus den Tagen der Roten Khmer erhielt. Die setzten die Menschen ein, um einen Damm zu bauen. Dieser Bau kostete Tausende das Leben. Und da die Roten Khmer nichts auf ein Menschenleben gaben, wurden die Toten in den Damm mit eingebaut. Die traurige Wahrheit kam erst nach dem Sturz des Regimes ans Licht und deswegen "Secret Lake".
Wir fuhren weiter, eigentlich ja zurück nach Kampot. Unterwegs hielten wir noch in einem Dorf und Karim versorgte uns zu Preisen, die sonst nur für die Einheimischen sind mit Kaffee, Melonen und gebackener Banane im Reismantel (mehr dazu später).
Zu allerletzt machten wir noch einen Ausflug in ein Fischerdorf. Karim zeigte uns also seine Heimat. Vor seinem beruflichen Neuanfang als TukTukfahrer war er Fischer und ständig nachts unterwegs. Als ihm das zu viel wurde, sattelte er um. Nun fuhr er uns in sein altes aber auch aktuelles Leben. Das war, nein ist, sehr ökologisch ausgerichtet und Karim ist wohl sowas wie der Dorfvorsteher.
Vor ein paar Jahren entschieden sich die Fischer aus dem Ort, sich an einem Projekt zu beteiligen. Dieses sah vor, Mangroven wieder anzupflanzen. Wer jetzt erstmal, genauso wie ich, nicht so genau weiß was das ist, dem sei jetzt geholfen. Mangroven sind Wasserpflanzen (tolle Erkenntnis). Aber! Wie Karim so schön sagte: jede Pflanze ist 10.000 Dollar wert! Eine Pflanze bietet hundert Fischen Schutz und Sicherheit. Ebenso Krabben und Schlangen und ist damit essentiell für die Fangquote der Fischer hier. Außerdem schützen die Pflanzen die Häuser der Fischer vor Überschwemmungen und Hochwasser. Und nicht zuletzt sind sie auch Schutz vor den Folgen der Klimaerwärmung. Aus all diesen Gründen ergibt sich ein Gesamtwert von circa 10.000 Dollar für jeden Fischer.
Während also vor dem Projekt die Fischer die ganze Nacht raus mussten, um einen Fang im Wert von knapp 2 Dollar zu erwirtschaften, können sie seit dem Projekt in 4 Stunden Fisch im Gesamtwert von 10 Dollar vorweisen. Der Erfolg ist also sicht- und spürbar!
Suse und ich wollten bei diesem Projekt sebstverständlich nicht hinten an stehen und so pflanzten auch wir 2 Mangroven. Hoffentlich liest das Bafög-Amt jetzt nicht mit. Sonst kommen die noch auf die Idee, mir meine 10.000 Dollar Wertanlage anzurechnen...
Irgendwann musste auch diese schöne Tour enden. Wir waren wirklich froh, Karim heute getroffen zu haben. Er war ein ganz herausragender Fahrer und Guide!
Zum Ausklang des Tages sind wir dann heute mal ins Kino gegangen. Dort gab's erst leckeres Abendbrot (wie gesagt, später dazu mehr) und dann 12 Years a Slave. Oscar-Nacht in Kampot!
Sonntag, 30. März 2014
19.03. Sihanoukville
... Strand ... Kokosnuss ... Baden ... das übliche halt, was man hier so machen kann, wenn man gerade mal nicht die Unterwasserwelt bestaunt. Zwischendurch haben wir noch ein paar Kinder mit der Frisbee-Scheibe begeistern können. Und zu guter Letzt sind wir nochmal am Dive-Center vorbei und haben zum Abschied noch ein kühles Bierchen und n kühlen Mango-Saft mit Vero, Michael und Michaela (den beiden angehenden Dive-Master) getrunken. So entspannt endete der letzte Tag in Sihanoukville
Trotz Verbotsschild müssen jeden Morgen ein paar Frauen den Müll vom Abend zuvor entsorgen. Hat n bisschen was von Alaunpark, beziehungsweise Paradies..
20.03. Sihanoukville - Kampot
Zunächst wieder 'ne Busfahrt. Reichlich unspektakulär, mehr Leute, als eigentlich im Minibus sein dürften ist nichts Neues mehr. Leute, deren eigentlicher Bus sie nie abholte und sie deswegen in unserem mitfuhren, ist nichts Neues mehr.. Viele Anekdoten können wir also für hier und jetzt nicht präsentieren, tut uns leid!
Dennoch, oder gerade deswegen sind wir wohlbehalten in Kampot angekommen. Ein niedlicher, kleiner und verschlafener Ort. Nüscht los hier! Also ham wir uns in aller Ruhe ein Guesthouse gesucht, wurde von den TukTukfahrern weitestgehend in Ruhe gelassen und sind dann, im Sinne unserer Tour der guten Taten ins EpicArts Café gegangen. Dort arbeiten gehörlose und Menschen mit körperlichen Behinderungen. Und sie leben ihre künstlerische und handwerkliche Ader aus, deren Ergebnisse man hier kaufen kann. Hübsches Café und leckeren Kuchen gibts.. Hups, jetzt hab ich Suses Essensblog vorweggegriffen, hoffentlich ist se nicht böse.. *gucke nach rechts. alles ruhig. kann also weiter gehen*
Und dann sind wir noch n bissl durch den Ort gestapft. Viel ist wahrlich nicht los, die Menschen hier scheinen aber insgesamt wieder freundlicher als in Sihanoukville. Vielleicht, weil die Tourist_innen wieder netter sind, nur ne Vermutung!
21.03. Kampot
Also von meiner Seite gibts heute nichts zu erzählen. Ich hab nur im Café (EpicArts Café, wegen des Kuchens und der guten Taten) gesessen und gewartet, dass Suse zurückkommt. Sie hat SPAnnendere Sachen erlebt heute:
Das hab ich wohl! Ich hab nämlich 'nen Flyer entdeckt, auf dem ein Women's Spa beworben wurde. Aber das ist kein gewöhnliches Spa, sondern eine Wohlfühloase nur für Frauen, in der Frauen arbeiten, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und früher bspw. häusliche Gewat erlebt haben. Mit der Einrichtung bekommen sie eine Chance zur Unabhängigkeit und der Förderung des Selbstwertgefühles (aufgrund positiver Feedbacks für getane Arbeit). Ob ich nun nach einem 2monatigen Urlaub noch extra Entspanung nötig hatte oder nicht, war egal, ich musste dahin (ganz im Sinne der Tour der guten Taten wie der Tim so schön sagt.
Also bin ich nach unserem gemeinsamen Frühstück aufgebrochen und erreichte auch bald das am Flussufer gelegene Spa. Nachdem ich die Tuktuk-nicht-passend-Bezahlerei-Geld-nicht-wechseln-können-und-dann-doch-wechseln-können-Angelegenheit hinter mich gebracht habe, wurde ich nett empfangen und zu einem lauschigen Plätzchen am Ufer geführt, um mir bei einem Tässchen Tee mein Menü auszusuchen.

Und das hier sollte es werden:

Los ging es also mit einem Ganzkörperscrub und anschließendem Steam. Dazu wurde ich von oben bis unten mit einer milchigen Flüssigkeit mit Kräutern und Krümeln eingeseift und dabei etwas massiert. Dabei hatte ich wohl die meiste Angst, dass meine sonnengebräunte Haut abgerubbelt wird und die Mühe der letzten Wochen umsonst war.
Anschließend musste ich mich auf ein Holzhöckerchen setzen unter dem ein dampfender Topf mit Kräutern und heißem Wasser stand. Das Höckerchen hatte ein Aussparung, die Assoziationen an mittelalterliche... naja egal. Hier diente die Aussparung jedenfalls dazu, den Dampf schön aufsteigen zu lassen. Und dann saß ich da und musste unter dem Umhang sitzen und atmen und vor allem schwitzen... hmm, nach drei Wochen Kambodscha sehnte ich mich doch etwas mehr nach einem eiskalten Getränk. Nach gefühlten 60min und tatsächlichen 30 musste ich abbrechen, mir wurde es doch etwas zu heiß.
Nachdem die Welt aufgehört hat, sich zu drehen, konnte ich zum nächsten Programmpunkt übergehen: einer Massage von Kopf bis Fuß, ohne schwitzen, mit Ventilator. Das war schön - und entspannend! Keine Zehen im Ohr, kein Ziehen und Zerren. Einfach schön massiert werden. Das hätt' noch 'n Weilchen so weitergehen können, also für mich jedenfalls.

Bevor ich mich zum nächsten Programmpunkt begebe, wollte ich ein Bad im Fluß nehmen. Den Sarrong (ein großes handtuchartiges Stoffstück) durfte ich dazu nutzen. Die Khmerfrauen baden und waschen sich mit so einem umgebundenen Sarrong. Aber es scheint, als bräuchte es etwas Übung, denn nun ja, Stoff schwimmt ja bekanntlich im Wasser. Mehr möchte ich nicht sagen, nur noch, dass ich den Kampf gewonnen hab und das sicher auch zur Freude der in einiger Entfernung sitzenden Backpacker_innen.
Erschöpft von dem Kampf bin ich zum nächsten Programmpunkt getappt.
Jetzt erwartete mich eine Maniküre, nein Moment! Ein luxuriöse Maniküre. Und nebenbei sollte ich meinen zuvor ausgesuchten Drachenfrucht-Lassi schlürfen können. Da hatten wir aber nicht die Rechnung mit der großen Hochzeits- oder was-auch-immer-Party in Kampot gemacht. Die dafür genutzten Lautsprecher zogen nämlich so viel Strom, dass die ganze Stadt - ausgenommen die Party natürlich - plötzlich ohne Strom war. Also änderte ich den Wunsch in einen Fruchtsalat, zu dessen Zubereitung kein Mixer benötigt wird. Während meiner Maniküre saß eine US-Amerikanerin neben mir, die im SPA Yogaunterricht gibt, sodass die dort arbeitenden Khmer-Frauen bald schon ohne sie Yoga anbieten können. Mit ihr als Übersetzerin konnte ich noch etwas mehr Khmer lernen und kann nun freche Tuktukfahrer auch als eben solche bezeichnen.
Leider musste ich feststellen, dass Spa'en wohl nicht ganz meine Entspannungsmethode ist, da ich die ganze Zeit Angst um meine Sonnen bebräunte Haut hatte, überlegte, was als nächstes kommt, wie ich den Aufguss nett und ohne große Aufmerksamkeit beenden oder es den Damen am wenigsten anstrengend gestalten könnte. Und nach dem Bad im Fluss war jeglicher Entspannungszustand sowieso wieder hinüber. Ich brauch wohl eher etwas mit Anstrengung und Adrenalin, aber soll ich auch ganz bald bekommen...
22.03. Kampot
Heute wa's gruselig! Heute stand nämlich der Besuch einer echten Geisterstadt (und des Drehortes zum Film Ghost City mit Matt Dillon - hat den irgendwer gesehen?) an! Mitten in Kambodscha! Huuuuuuu... Buh! Na, erschrocken? Wir och nicht, aber schön war's trotzdem!
Per Bus gings erst einmal durch den Ort. Das muss von oben sehr lustig ausgesehen haben, sind wir doch richtig schön, kreuz und quer durch Kampot gedonnert. Ein Hotel haben wir sogar zweimal angesteuert, erst haben wir eine Belgierin eingesammelt und später noch ein französisches Pärchen. Dann stieg noch eine Gruppe Russ_innen zu, die uns fragten woher wir kommen und nach unserer Antwort auch nichts mehr mit uns zu besprechen hatten.
Dann gings los in den Bokor-Nationalpark. Und das bedeutet, auf den höchsten Berg der Umgebung, immer schön in Schlangenlinien. Bis einer kotzt!
Oben gabs erstmal Nebel. Und Kälte. Suse hat ganz schön Gänsehaut bekommen, weil sie so gefroren hat. Vor lauter Kälte war's schwer, die interessanten Sachen nicht aus den Augen zu verlieren (wobei das wortspieltechnisch eher auf den Nebel passen würde).
Die erste Sehenswürdigkeit (gleich noch ein Nebel-Wortwitz) war der ehemalige Landsitz des Königs. Allerdings ist nicht mehr viel übrig geblieben von Villa, Küche und Konkubinenhaus. Die roten Khmer haben auch hier ganze Arbeit verrichtet.
Nächster Halt war ein ehemaliges Casino in den Bergen. Um dahin zu kommen, muss man allerdings am neuen Casino vorbei. Das ist ein übelster Klotz mitten in der Landschaft und uns wurde nicht so richtig klar, für wen das Ding eigentlich sein soll. Tourist_innen und/oder Glücksspielsüchtige waren jedenfalls nicht zu sehen. Aber wir wollten ja eigentlich vom alten Casino der Franzosen reden.
Erbaut in den 1920ern diente es den französischen Kolonialisten als Stätte der Ablenkung, des Zeitvertreibs und Geldverschleuderns. 1975 flohen die Franzosen vor den Roten Khmer, die ihrerseits das Gebäude plünderten und verfallen ließen.
Es ist schon ziemlich beeindruckend durch die Hallen und Räume zu wandern und sich vorzustellen, was und wer hier so alles war. Allerdings waren Suse und ich hier die Hauptattraktionen. Das verlief folgerndermaßen. Suse wollte gern ein Foto von sich auf dem Dach des Casinos.
Soll sie haben. Nachdem das erledigt war, bin ich auch hoch und sah Suse bereits umringt von einer
Schar asiatischer Jugendlicher. Und alle wollten sie ein Foto von und mit ihr haben. Ich wollte die Szene selbst gern bildhaft ablichten, hatte aber ruckzuck auch zwei Teenager an jeweils einem Arm hängen, was wiederum die Aus- und Durchführung von Fotos erheblich erschwerte. Und immer wenn man dachte, jetzt könnte es klappen, waren die nächsten da..
Nachdem wir uns loseisen durften, sahen wir noch das verfallene Hotel, was zum verfallenen Casino gehörte und ein paar andere Häuser. Dummerweise hat irgendwer die Erlaubnis erteilt, dass dort oben aufm Hügel und inmitten der Geisterstadt wieder gebaut werden darf. Das neue Casino, eine schicke Villa und ein neues Hotel nehmen der Atmosphäre doch ein bisschen den Charme.
Ach, fast ham wir's vergessen! Als wir uns so das Gelände des Casinos anschauten, wurden wir, nach der Fotosession auf dem Dach, auch noch zum Landeplatz für Schmetterlinge.
Aber, wir waren nicht die Einzigen! Im Garten saßen nämlich noch ein paar ältere, ganz in weiß gekleidete Damen. Diese schenkten uns erst ihre Süßkartoffeln und wurden dann auch von den Schmetterlingen beparkt.
Hach, wie schön! Die Süßkartoffeln verschenkten wir übrigens weiter, wenn auch nur mit schlechtem Gewissen. Aber so ganz unser Fall waren sie dann doch nicht (schmeckten schon etwas älter). Zuletzt gab's in der Geisterstadt noch eine Kirche zu sehen. Auch diese wurde verlassen, als die Roten Khmer kamen.
Und hinterm Haus gabs noch eine grandiose Aussicht zu bestaunen. Regenwald und Fluss und Kampot und weite Ferne..
Anschließend gabs dann Mittag. Das war aber.. hmm.. wie drücke ich es aus.. wir haben es weiter verschenkt. Bevor wir's ganz wegwerfen, geben wir's lieber jemanden, der/die es hoffentlich mehr zu schätzen weiß.
Danach war hier erstmal Schluss. Wir fuhren wieder nach Kampot, überfuhren dabei fast ein paar Affen, die noch unbedingt über die Straße rennen mussten und kamen dann, mehr oder minder wohlbehalten (fragt mal Suse, der gings gar nicht gut) im Städtchen an. Dort machten wir kurz 'ne Kaffeepause, um uns dann mal wieder auf ein Boot zu wagen. Ich dachte eigentlich, wir hätten was aus der Seekrankheit gelernt, die uns auf dem Weg zum Tauchen ereilt hatte. Aber nö..
Aber das war dann doch alle Übelkeit wert..
... Strand ... Kokosnuss ... Baden ... das übliche halt, was man hier so machen kann, wenn man gerade mal nicht die Unterwasserwelt bestaunt. Zwischendurch haben wir noch ein paar Kinder mit der Frisbee-Scheibe begeistern können. Und zu guter Letzt sind wir nochmal am Dive-Center vorbei und haben zum Abschied noch ein kühles Bierchen und n kühlen Mango-Saft mit Vero, Michael und Michaela (den beiden angehenden Dive-Master) getrunken. So entspannt endete der letzte Tag in Sihanoukville
Trotz Verbotsschild müssen jeden Morgen ein paar Frauen den Müll vom Abend zuvor entsorgen. Hat n bisschen was von Alaunpark, beziehungsweise Paradies..
20.03. Sihanoukville - Kampot
Zunächst wieder 'ne Busfahrt. Reichlich unspektakulär, mehr Leute, als eigentlich im Minibus sein dürften ist nichts Neues mehr. Leute, deren eigentlicher Bus sie nie abholte und sie deswegen in unserem mitfuhren, ist nichts Neues mehr.. Viele Anekdoten können wir also für hier und jetzt nicht präsentieren, tut uns leid!
Dennoch, oder gerade deswegen sind wir wohlbehalten in Kampot angekommen. Ein niedlicher, kleiner und verschlafener Ort. Nüscht los hier! Also ham wir uns in aller Ruhe ein Guesthouse gesucht, wurde von den TukTukfahrern weitestgehend in Ruhe gelassen und sind dann, im Sinne unserer Tour der guten Taten ins EpicArts Café gegangen. Dort arbeiten gehörlose und Menschen mit körperlichen Behinderungen. Und sie leben ihre künstlerische und handwerkliche Ader aus, deren Ergebnisse man hier kaufen kann. Hübsches Café und leckeren Kuchen gibts.. Hups, jetzt hab ich Suses Essensblog vorweggegriffen, hoffentlich ist se nicht böse.. *gucke nach rechts. alles ruhig. kann also weiter gehen*
Und dann sind wir noch n bissl durch den Ort gestapft. Viel ist wahrlich nicht los, die Menschen hier scheinen aber insgesamt wieder freundlicher als in Sihanoukville. Vielleicht, weil die Tourist_innen wieder netter sind, nur ne Vermutung!
21.03. Kampot
Also von meiner Seite gibts heute nichts zu erzählen. Ich hab nur im Café (EpicArts Café, wegen des Kuchens und der guten Taten) gesessen und gewartet, dass Suse zurückkommt. Sie hat SPAnnendere Sachen erlebt heute:
Das hab ich wohl! Ich hab nämlich 'nen Flyer entdeckt, auf dem ein Women's Spa beworben wurde. Aber das ist kein gewöhnliches Spa, sondern eine Wohlfühloase nur für Frauen, in der Frauen arbeiten, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und früher bspw. häusliche Gewat erlebt haben. Mit der Einrichtung bekommen sie eine Chance zur Unabhängigkeit und der Förderung des Selbstwertgefühles (aufgrund positiver Feedbacks für getane Arbeit). Ob ich nun nach einem 2monatigen Urlaub noch extra Entspanung nötig hatte oder nicht, war egal, ich musste dahin (ganz im Sinne der Tour der guten Taten wie der Tim so schön sagt.
Also bin ich nach unserem gemeinsamen Frühstück aufgebrochen und erreichte auch bald das am Flussufer gelegene Spa. Nachdem ich die Tuktuk-nicht-passend-Bezahlerei-Geld-nicht-wechseln-können-und-dann-doch-wechseln-können-Angelegenheit hinter mich gebracht habe, wurde ich nett empfangen und zu einem lauschigen Plätzchen am Ufer geführt, um mir bei einem Tässchen Tee mein Menü auszusuchen.
Und das hier sollte es werden:
Los ging es also mit einem Ganzkörperscrub und anschließendem Steam. Dazu wurde ich von oben bis unten mit einer milchigen Flüssigkeit mit Kräutern und Krümeln eingeseift und dabei etwas massiert. Dabei hatte ich wohl die meiste Angst, dass meine sonnengebräunte Haut abgerubbelt wird und die Mühe der letzten Wochen umsonst war.
Anschließend musste ich mich auf ein Holzhöckerchen setzen unter dem ein dampfender Topf mit Kräutern und heißem Wasser stand. Das Höckerchen hatte ein Aussparung, die Assoziationen an mittelalterliche... naja egal. Hier diente die Aussparung jedenfalls dazu, den Dampf schön aufsteigen zu lassen. Und dann saß ich da und musste unter dem Umhang sitzen und atmen und vor allem schwitzen... hmm, nach drei Wochen Kambodscha sehnte ich mich doch etwas mehr nach einem eiskalten Getränk. Nach gefühlten 60min und tatsächlichen 30 musste ich abbrechen, mir wurde es doch etwas zu heiß.
Nachdem die Welt aufgehört hat, sich zu drehen, konnte ich zum nächsten Programmpunkt übergehen: einer Massage von Kopf bis Fuß, ohne schwitzen, mit Ventilator. Das war schön - und entspannend! Keine Zehen im Ohr, kein Ziehen und Zerren. Einfach schön massiert werden. Das hätt' noch 'n Weilchen so weitergehen können, also für mich jedenfalls.
Bevor ich mich zum nächsten Programmpunkt begebe, wollte ich ein Bad im Fluß nehmen. Den Sarrong (ein großes handtuchartiges Stoffstück) durfte ich dazu nutzen. Die Khmerfrauen baden und waschen sich mit so einem umgebundenen Sarrong. Aber es scheint, als bräuchte es etwas Übung, denn nun ja, Stoff schwimmt ja bekanntlich im Wasser. Mehr möchte ich nicht sagen, nur noch, dass ich den Kampf gewonnen hab und das sicher auch zur Freude der in einiger Entfernung sitzenden Backpacker_innen.
Erschöpft von dem Kampf bin ich zum nächsten Programmpunkt getappt.
Jetzt erwartete mich eine Maniküre, nein Moment! Ein luxuriöse Maniküre. Und nebenbei sollte ich meinen zuvor ausgesuchten Drachenfrucht-Lassi schlürfen können. Da hatten wir aber nicht die Rechnung mit der großen Hochzeits- oder was-auch-immer-Party in Kampot gemacht. Die dafür genutzten Lautsprecher zogen nämlich so viel Strom, dass die ganze Stadt - ausgenommen die Party natürlich - plötzlich ohne Strom war. Also änderte ich den Wunsch in einen Fruchtsalat, zu dessen Zubereitung kein Mixer benötigt wird. Während meiner Maniküre saß eine US-Amerikanerin neben mir, die im SPA Yogaunterricht gibt, sodass die dort arbeitenden Khmer-Frauen bald schon ohne sie Yoga anbieten können. Mit ihr als Übersetzerin konnte ich noch etwas mehr Khmer lernen und kann nun freche Tuktukfahrer auch als eben solche bezeichnen.
Leider musste ich feststellen, dass Spa'en wohl nicht ganz meine Entspannungsmethode ist, da ich die ganze Zeit Angst um meine Sonnen bebräunte Haut hatte, überlegte, was als nächstes kommt, wie ich den Aufguss nett und ohne große Aufmerksamkeit beenden oder es den Damen am wenigsten anstrengend gestalten könnte. Und nach dem Bad im Fluss war jeglicher Entspannungszustand sowieso wieder hinüber. Ich brauch wohl eher etwas mit Anstrengung und Adrenalin, aber soll ich auch ganz bald bekommen...
Dennoch war's ein tolles Erlebnis.
22.03. Kampot
Heute wa's gruselig! Heute stand nämlich der Besuch einer echten Geisterstadt (und des Drehortes zum Film Ghost City mit Matt Dillon - hat den irgendwer gesehen?) an! Mitten in Kambodscha! Huuuuuuu... Buh! Na, erschrocken? Wir och nicht, aber schön war's trotzdem!
Per Bus gings erst einmal durch den Ort. Das muss von oben sehr lustig ausgesehen haben, sind wir doch richtig schön, kreuz und quer durch Kampot gedonnert. Ein Hotel haben wir sogar zweimal angesteuert, erst haben wir eine Belgierin eingesammelt und später noch ein französisches Pärchen. Dann stieg noch eine Gruppe Russ_innen zu, die uns fragten woher wir kommen und nach unserer Antwort auch nichts mehr mit uns zu besprechen hatten.
Dann gings los in den Bokor-Nationalpark. Und das bedeutet, auf den höchsten Berg der Umgebung, immer schön in Schlangenlinien. Bis einer kotzt!
Oben gabs erstmal Nebel. Und Kälte. Suse hat ganz schön Gänsehaut bekommen, weil sie so gefroren hat. Vor lauter Kälte war's schwer, die interessanten Sachen nicht aus den Augen zu verlieren (wobei das wortspieltechnisch eher auf den Nebel passen würde).
Die erste Sehenswürdigkeit (gleich noch ein Nebel-Wortwitz) war der ehemalige Landsitz des Königs. Allerdings ist nicht mehr viel übrig geblieben von Villa, Küche und Konkubinenhaus. Die roten Khmer haben auch hier ganze Arbeit verrichtet.
Nächster Halt war ein ehemaliges Casino in den Bergen. Um dahin zu kommen, muss man allerdings am neuen Casino vorbei. Das ist ein übelster Klotz mitten in der Landschaft und uns wurde nicht so richtig klar, für wen das Ding eigentlich sein soll. Tourist_innen und/oder Glücksspielsüchtige waren jedenfalls nicht zu sehen. Aber wir wollten ja eigentlich vom alten Casino der Franzosen reden.
Erbaut in den 1920ern diente es den französischen Kolonialisten als Stätte der Ablenkung, des Zeitvertreibs und Geldverschleuderns. 1975 flohen die Franzosen vor den Roten Khmer, die ihrerseits das Gebäude plünderten und verfallen ließen.
Es ist schon ziemlich beeindruckend durch die Hallen und Räume zu wandern und sich vorzustellen, was und wer hier so alles war. Allerdings waren Suse und ich hier die Hauptattraktionen. Das verlief folgerndermaßen. Suse wollte gern ein Foto von sich auf dem Dach des Casinos.
Soll sie haben. Nachdem das erledigt war, bin ich auch hoch und sah Suse bereits umringt von einer
Schar asiatischer Jugendlicher. Und alle wollten sie ein Foto von und mit ihr haben. Ich wollte die Szene selbst gern bildhaft ablichten, hatte aber ruckzuck auch zwei Teenager an jeweils einem Arm hängen, was wiederum die Aus- und Durchführung von Fotos erheblich erschwerte. Und immer wenn man dachte, jetzt könnte es klappen, waren die nächsten da..
Nachdem wir uns loseisen durften, sahen wir noch das verfallene Hotel, was zum verfallenen Casino gehörte und ein paar andere Häuser. Dummerweise hat irgendwer die Erlaubnis erteilt, dass dort oben aufm Hügel und inmitten der Geisterstadt wieder gebaut werden darf. Das neue Casino, eine schicke Villa und ein neues Hotel nehmen der Atmosphäre doch ein bisschen den Charme.
Ach, fast ham wir's vergessen! Als wir uns so das Gelände des Casinos anschauten, wurden wir, nach der Fotosession auf dem Dach, auch noch zum Landeplatz für Schmetterlinge.
Aber, wir waren nicht die Einzigen! Im Garten saßen nämlich noch ein paar ältere, ganz in weiß gekleidete Damen. Diese schenkten uns erst ihre Süßkartoffeln und wurden dann auch von den Schmetterlingen beparkt.
Hach, wie schön! Die Süßkartoffeln verschenkten wir übrigens weiter, wenn auch nur mit schlechtem Gewissen. Aber so ganz unser Fall waren sie dann doch nicht (schmeckten schon etwas älter). Zuletzt gab's in der Geisterstadt noch eine Kirche zu sehen. Auch diese wurde verlassen, als die Roten Khmer kamen.
Und hinterm Haus gabs noch eine grandiose Aussicht zu bestaunen. Regenwald und Fluss und Kampot und weite Ferne..
Anschließend gabs dann Mittag. Das war aber.. hmm.. wie drücke ich es aus.. wir haben es weiter verschenkt. Bevor wir's ganz wegwerfen, geben wir's lieber jemanden, der/die es hoffentlich mehr zu schätzen weiß.
Danach war hier erstmal Schluss. Wir fuhren wieder nach Kampot, überfuhren dabei fast ein paar Affen, die noch unbedingt über die Straße rennen mussten und kamen dann, mehr oder minder wohlbehalten (fragt mal Suse, der gings gar nicht gut) im Städtchen an. Dort machten wir kurz 'ne Kaffeepause, um uns dann mal wieder auf ein Boot zu wagen. Ich dachte eigentlich, wir hätten was aus der Seekrankheit gelernt, die uns auf dem Weg zum Tauchen ereilt hatte. Aber nö..
Aber das war dann doch alle Übelkeit wert..
Montag, 24. März 2014
15.03. Sihanoukville
Heute gibts meer zu lesen, versprochen! Wir waren nämlich mal wieder tauchen! Für mich nach mehr als 3 1/2 Jahren, für Suse immerhin auch schon wieder nach mehr als 'nem halben Jahr. Also sehen wir mal ab von Nha Thrang, was ja eher als tüscht'scher Reinfall bezeichnet werden darf. Zur Erinnerung: kein Briefing, nicht mal das wichtigste, Weste aufpusten, Luft wieder rauslassen, Zeichensprache usw. Und unter Wasser weniger als 2 Meter Sicht. Die Konsequenz damals war für mich Panikgefühle nach knapp 2 Minuten und wieder auftauchen.
Mit der Geschichte stapften wir in ein Dive-Center, in das uns nur der Zufall brachte. Schon allein, dass die Chefin hier zuhörte und mitfühlte nahm mir die Angst, es doch nochmal zu versuchen. Und so ging es los. Um 7 Uhr morgens trafen wir am Dive-Center ein. Mit uns noch zwei weitere Liebhaberinnen der Unterwasserkultur sowie Vero, unsere Reiseleiterin für den heutigen Tag. Der Weg zum Tauchspot war furchtbar. Uns gings gar nicht gut. Nicht wegen der Aufregung, sondern wegen Seegang und Dieselausdünstungen.
Aber dann ging's los und Vero war wunderbar. In aller Ruhe erklärte sie nochmal die wichtigstenVerhaltensempfehlungen unter Wasser (ruhig bleiben und atmen!), sprang mit uns ins Wasser (also ich und eine der Taucherinnen) und ging dann ein paar der Übungen durch, die wir schon machen mussten, um das Open Water Zertifikat zu bekommen (erste Stufe). Dann gings 'ne kleine Runde ums Boot und wir holten Suse und Erica, die Engländerin, ab. Zu viert durchkämmten wir also die Unterwasserwelt um Koh Rong. Wobei das aus Veros Perspektive bestimmt äußerst anstrengend aber auch belustigend gewesen sein muss: Einer, der immer irgendwie zu weit an der Wasseroberfläche vor sich hin dümpelte, Erica, die immer im großen Bogen um uns schwamm, alles untersuchte und dann 'nen Krampf im Bein hatte, Suse hat alles schick gemacht (sagt sie jetzt, haha!) und Silvana, die irgendwie immer über oder unter uns auftauchte und allen anderen ihre Flossen oder ihren Gastank ins Gesicht schlug. Alles in allem, ein ziemliches Chaos.
Und es hat riesigen Spaß gemacht. Alle Sorgen, entstanden aus dem mäßig erfolgreichen Tauchgang in Vietnam, waren wie weggeblubbert. Es ist und bleibt doch ein Sport für mich: Ruhe in mir und um mich herum, langsame Bewegungen und beobachten, was kann es besseres geben??
Dann gab's Lunch und hier begingen Suse und ich den ersten großen Fehler des Tages: Wir aßen zu viel. Bei dem Druck, der unter Wasser auf den Körper wirkt, würgt's. Naja, so schlimm war's dann nicht, aber trotzdem eine Lehre (zumindest bis zum nächsten in den Preis inbegriffenen Essen). Dann ging's wieder ins Wasser. Diesmal ein paar Meter entfernt von der Stelle, wo wir zuerst ins Wasser gesprungen sind. Die Sicht war hier ein bisschen schlechter als beim ersten Tauchgang aber immer noch gut. Wir sahen viele kleine bunte Fische und wunderschöne Korallen und.. hach, war das scheene!
Erica hatte wieder Krämpfe, diesmal in beiden Beinen, Silvana eckte wieder bei allen anderen Taucher_innen an, im Großen und Ganzen war's aber schon deutlich entspannter als beim ersten Tauchgang. Ach, und Suse schoss noch dieses tolle Foto von einem blau gepunkteten Rochen. Hat sich die Unterwasserkamera wiedermal bewährt..
Als wir wieder an Land waren, konnten wir unser Glück kaum fassen und den nächsten Ausflug kaum abwarten. Desderweschen flitzten wir ins Büro der Tauchschule und buchten den Zweitagesausflug für den kommenden Montag.
16.03. Sihanoukville
... Strand ... Salzwasser im Mund ... Mittagsschlaf ... Kokosnuss ... Salzwasser im Mund ... Schläfchen ... Salzwasser im Mund ... kalt duschen ... ins Bettchen gehen
17.03. Sihanoukville
Tauchen Teil 2! Leider mussten wir diesmal dafür 4 Stunden Bootsfahrt in Kauf nehmen. Wobei auch das wörtlich zu nehmen ist, der Ausflug wurde ja schließlich auch käuflich erworben. Mit an Bord waren diesmal leider nicht Erica und Silvana, dafür 1 Kanadier, der gern den Fortgeschrittenenkurs machen wollte, ein Schweizer Pärchen und eine Deutsche, die den Open Water Kurs machten, 2 Menschen aus Australien, die quasi fast am Ende möglicher Ausbilgungen im Bereich des Tauchens stehen, die nämlich Dive-Master werden wollen (darüber gibt's dann nur noch den instructor, Hüstelhüstel, also nach Kaffee-, Tee-, und Postmaster scheint mir dieser Titel auch sehr vielversprechend). Hinzu kamen Tony, der Chef des Bootes (abgesehen vom Kapitän), 3 Dive-Guides, die sich um alle Tauchwütigen kümmerten sowie der Kapitän und seine beiden Söhne, die sich um Navigation und Essensration kümmerten.
4 Stunden Bootsfahrt... Buch lesen stellte sich als keine gute Idee heraus... Essen auch nur bedingt... Aber die Guides an Bord waren so nett, uns von unserer Übelkeit abzulenken. Und so erreichten wir, ohne dass sich jemand übergeben musste, den ersten Tauchspot. Und das war schon abgefahren: kristallblaues Wasser und wir konnten bis auf den Grund gucken, ohne Taucher_innenmaske. Suse erwischte 'nen Traumstart. Da ihr zweiter Respirator irgendwie Luft verlor, musste sie gleich nach dem Abtauchen an den Ersatzrespirator von Vero. Haben beide aber sehr souverän gemeistert. War ja auch nicht anders zu erwarten!
Die niedlichen gelben, weißen und überhaupt in allen Farben vorhandenen Würmchen auf den Korallen im letzten Bild heißen übrigens Weihnachtsbäumchen.. Neben denen gabs dort unten wieder allerhand niedliche Fischchen zu sehen.
Eine Stunde ging unser erster Tauchgang. Suse und ich hätten gern noch ein bisschen gekonnt, aber dem dritten im Bunde ging die Puste aus. Und so gings hoch und zum Mittagessen, bei dem wieder lustige Geschichten über andere Ausflüge zum Besten gegeben wurden: So begab es sich wohl einmal, dass eine tauchwillige Person nach dem 2-Tagesausflug fragte und was wohl mitzubringen sei. Tony, der Chef, antwortete, ein Kissen wäre wohl keine schlechte Idee. Nun, das sprach sich rum und so erschienen am nächsten Tag 12 Taucher_innen jeweils mit einem großen Kissen vor der Brust und stapften die Treppe des Bootes hoch, um es sich bequem zu machen. Wie bei 'ner Pyjamaparty. Muss ein super Anblick gewesen sein.
Nach dem Lunch (wir waren diesmal clever und haben nicht ganz so viel gefuttert) kam Runde 2. Ein bisschen weiter weg und nicht ganz so viel Sicht unter Wasser, aber auch wieder wunderschön.
Und zu allerletzt an diesem Tag, naja vorletzt, nehmen wir mal das Abendbrot noch als Aktivität mit rein, gabs nen Nachttauchgang zu erleben. Im Vorfeld hatten wir schon spannende Geschichten gehört. Von Fischen, die hinter den Taucher_innen herschwimmen und warten, bis diese voller Freude einen kleinen Fisch im Lichtkegel ihrer Taschenlampen haben. Danach hat der/die Taucher_in noch 2 Sekunden Zeit das künftige Abendmahl zu bestaunen.. Man kann förmlich die Gedanken des Opfers erahnen. Oder ist es doch nur ein Wort: "Sche***!"? So viel Glück hatten wir dann doch nicht. Wir sahen einen Tintenfisch, wurde uns zumindest hinterher erzählt, eine Krabbe und ein paar andere Nachtschwärmer, deren Namen uns aber nicht bekannt sind.
Schwer zu erkennen, aber hierbei handelt es sich um den Lichteinfall einer Taschenlampe. War schon auch irgendwie ein bisschen gruselig, wenn auf einmal eine andere Gruppe Taucher_innen aus der Dunkelheit erscheint.
18.03. Sihanoukville, beziehungsweise Koh Tang
Der Abend gestern endete dann auch ziemlich schnell nach Auftauchen und Abendbrot. Wir waren doch alle ganz schön kaputt. Und für heute stand der erste Tauchgang auch schon für 7 Uhr morgens an. Unser künftiger Advanced Diver musste als erster raus und in 30 Meter Tiefe umherdümpeln. Wir folgten später und kamen am tiefsten Punkt immerhin auf 16 Meter.
Der zweite Tauchgang war dann dem sanften Entspannen gewidmet. Nur 9 Meter Tiefe reichten aus, dass auch der dritte Taucher aus unserer kleinen Gruppe mal nicht ganz ohne Luft aus dem Wasser (inzwischen hatte sich ein Wettstreit unter uns dreien entfacht, wer am Ende noch die meiste Luft im Tank hatte) kam. Unten nutzte Vero ihr Messer, um insgesamt wohl ungefähr 20 Fische aus Käfigen zu befreien, die die Fischer dort vergessen hatten. Damit war sie unsere große Heldin!
Mit diesem fünften Tauchgang endete unser Ausflug. Was sehr, sehr schade war, aber immerhin haben wir neuen Mut gefunden, uns wieder unter Wasser zu wagen. Wer irgendwann auch mal hierher kommt und auch tauchen (lernen) möchte, dem/der würden wir ganz sehr folgendes Dive-Center empfehlen. Wahnsinnig nette Menschen, denen die Sicherheit der Leute an oberster Stelle steht. Und gleich danach der Spaß am Sport und Unterwasserwelt..
Zum Abschluss des Tagesberichts noch etwas Skurilles:
Bei genauerer Betrachtung des letzten Bilde, man muss mir der Nase bis auf einen Abstand von 7,3cm an den Bildschirm ran, kann man relativ links mittig ein Flugzeug erkennen. Das steht auf dem Dach eines nicht ganz fertig gewordenen Hauses. Und es ist kein kleines Flugzeug. Vero erzählte, dass ein reicher Russe sich dieses Spielzeug auf sein Dach gestellte hat, dann aber die Lust (oder das Geld?) am Gesamtprojekt verlor. Und nun steht es da, auf dieser Ruine und diente zwischendrin sogar mal als Disco.. Reiche Menschen haben manchmal sehr absonderliche Ideen.
Heute gibts meer zu lesen, versprochen! Wir waren nämlich mal wieder tauchen! Für mich nach mehr als 3 1/2 Jahren, für Suse immerhin auch schon wieder nach mehr als 'nem halben Jahr. Also sehen wir mal ab von Nha Thrang, was ja eher als tüscht'scher Reinfall bezeichnet werden darf. Zur Erinnerung: kein Briefing, nicht mal das wichtigste, Weste aufpusten, Luft wieder rauslassen, Zeichensprache usw. Und unter Wasser weniger als 2 Meter Sicht. Die Konsequenz damals war für mich Panikgefühle nach knapp 2 Minuten und wieder auftauchen.
Mit der Geschichte stapften wir in ein Dive-Center, in das uns nur der Zufall brachte. Schon allein, dass die Chefin hier zuhörte und mitfühlte nahm mir die Angst, es doch nochmal zu versuchen. Und so ging es los. Um 7 Uhr morgens trafen wir am Dive-Center ein. Mit uns noch zwei weitere Liebhaberinnen der Unterwasserkultur sowie Vero, unsere Reiseleiterin für den heutigen Tag. Der Weg zum Tauchspot war furchtbar. Uns gings gar nicht gut. Nicht wegen der Aufregung, sondern wegen Seegang und Dieselausdünstungen.
Aber dann ging's los und Vero war wunderbar. In aller Ruhe erklärte sie nochmal die wichtigstenVerhaltensempfehlungen unter Wasser (ruhig bleiben und atmen!), sprang mit uns ins Wasser (also ich und eine der Taucherinnen) und ging dann ein paar der Übungen durch, die wir schon machen mussten, um das Open Water Zertifikat zu bekommen (erste Stufe). Dann gings 'ne kleine Runde ums Boot und wir holten Suse und Erica, die Engländerin, ab. Zu viert durchkämmten wir also die Unterwasserwelt um Koh Rong. Wobei das aus Veros Perspektive bestimmt äußerst anstrengend aber auch belustigend gewesen sein muss: Einer, der immer irgendwie zu weit an der Wasseroberfläche vor sich hin dümpelte, Erica, die immer im großen Bogen um uns schwamm, alles untersuchte und dann 'nen Krampf im Bein hatte, Suse hat alles schick gemacht (sagt sie jetzt, haha!) und Silvana, die irgendwie immer über oder unter uns auftauchte und allen anderen ihre Flossen oder ihren Gastank ins Gesicht schlug. Alles in allem, ein ziemliches Chaos.
Und es hat riesigen Spaß gemacht. Alle Sorgen, entstanden aus dem mäßig erfolgreichen Tauchgang in Vietnam, waren wie weggeblubbert. Es ist und bleibt doch ein Sport für mich: Ruhe in mir und um mich herum, langsame Bewegungen und beobachten, was kann es besseres geben??
Dann gab's Lunch und hier begingen Suse und ich den ersten großen Fehler des Tages: Wir aßen zu viel. Bei dem Druck, der unter Wasser auf den Körper wirkt, würgt's. Naja, so schlimm war's dann nicht, aber trotzdem eine Lehre (zumindest bis zum nächsten in den Preis inbegriffenen Essen). Dann ging's wieder ins Wasser. Diesmal ein paar Meter entfernt von der Stelle, wo wir zuerst ins Wasser gesprungen sind. Die Sicht war hier ein bisschen schlechter als beim ersten Tauchgang aber immer noch gut. Wir sahen viele kleine bunte Fische und wunderschöne Korallen und.. hach, war das scheene!
Erica hatte wieder Krämpfe, diesmal in beiden Beinen, Silvana eckte wieder bei allen anderen Taucher_innen an, im Großen und Ganzen war's aber schon deutlich entspannter als beim ersten Tauchgang. Ach, und Suse schoss noch dieses tolle Foto von einem blau gepunkteten Rochen. Hat sich die Unterwasserkamera wiedermal bewährt..
Als wir wieder an Land waren, konnten wir unser Glück kaum fassen und den nächsten Ausflug kaum abwarten. Desderweschen flitzten wir ins Büro der Tauchschule und buchten den Zweitagesausflug für den kommenden Montag.
16.03. Sihanoukville
... Strand ... Salzwasser im Mund ... Mittagsschlaf ... Kokosnuss ... Salzwasser im Mund ... Schläfchen ... Salzwasser im Mund ... kalt duschen ... ins Bettchen gehen
17.03. Sihanoukville
Tauchen Teil 2! Leider mussten wir diesmal dafür 4 Stunden Bootsfahrt in Kauf nehmen. Wobei auch das wörtlich zu nehmen ist, der Ausflug wurde ja schließlich auch käuflich erworben. Mit an Bord waren diesmal leider nicht Erica und Silvana, dafür 1 Kanadier, der gern den Fortgeschrittenenkurs machen wollte, ein Schweizer Pärchen und eine Deutsche, die den Open Water Kurs machten, 2 Menschen aus Australien, die quasi fast am Ende möglicher Ausbilgungen im Bereich des Tauchens stehen, die nämlich Dive-Master werden wollen (darüber gibt's dann nur noch den instructor, Hüstelhüstel, also nach Kaffee-, Tee-, und Postmaster scheint mir dieser Titel auch sehr vielversprechend). Hinzu kamen Tony, der Chef des Bootes (abgesehen vom Kapitän), 3 Dive-Guides, die sich um alle Tauchwütigen kümmerten sowie der Kapitän und seine beiden Söhne, die sich um Navigation und Essensration kümmerten.
4 Stunden Bootsfahrt... Buch lesen stellte sich als keine gute Idee heraus... Essen auch nur bedingt... Aber die Guides an Bord waren so nett, uns von unserer Übelkeit abzulenken. Und so erreichten wir, ohne dass sich jemand übergeben musste, den ersten Tauchspot. Und das war schon abgefahren: kristallblaues Wasser und wir konnten bis auf den Grund gucken, ohne Taucher_innenmaske. Suse erwischte 'nen Traumstart. Da ihr zweiter Respirator irgendwie Luft verlor, musste sie gleich nach dem Abtauchen an den Ersatzrespirator von Vero. Haben beide aber sehr souverän gemeistert. War ja auch nicht anders zu erwarten!
Die niedlichen gelben, weißen und überhaupt in allen Farben vorhandenen Würmchen auf den Korallen im letzten Bild heißen übrigens Weihnachtsbäumchen.. Neben denen gabs dort unten wieder allerhand niedliche Fischchen zu sehen.
Eine Stunde ging unser erster Tauchgang. Suse und ich hätten gern noch ein bisschen gekonnt, aber dem dritten im Bunde ging die Puste aus. Und so gings hoch und zum Mittagessen, bei dem wieder lustige Geschichten über andere Ausflüge zum Besten gegeben wurden: So begab es sich wohl einmal, dass eine tauchwillige Person nach dem 2-Tagesausflug fragte und was wohl mitzubringen sei. Tony, der Chef, antwortete, ein Kissen wäre wohl keine schlechte Idee. Nun, das sprach sich rum und so erschienen am nächsten Tag 12 Taucher_innen jeweils mit einem großen Kissen vor der Brust und stapften die Treppe des Bootes hoch, um es sich bequem zu machen. Wie bei 'ner Pyjamaparty. Muss ein super Anblick gewesen sein.
Nach dem Lunch (wir waren diesmal clever und haben nicht ganz so viel gefuttert) kam Runde 2. Ein bisschen weiter weg und nicht ganz so viel Sicht unter Wasser, aber auch wieder wunderschön.
Und zu allerletzt an diesem Tag, naja vorletzt, nehmen wir mal das Abendbrot noch als Aktivität mit rein, gabs nen Nachttauchgang zu erleben. Im Vorfeld hatten wir schon spannende Geschichten gehört. Von Fischen, die hinter den Taucher_innen herschwimmen und warten, bis diese voller Freude einen kleinen Fisch im Lichtkegel ihrer Taschenlampen haben. Danach hat der/die Taucher_in noch 2 Sekunden Zeit das künftige Abendmahl zu bestaunen.. Man kann förmlich die Gedanken des Opfers erahnen. Oder ist es doch nur ein Wort: "Sche***!"? So viel Glück hatten wir dann doch nicht. Wir sahen einen Tintenfisch, wurde uns zumindest hinterher erzählt, eine Krabbe und ein paar andere Nachtschwärmer, deren Namen uns aber nicht bekannt sind.
Schwer zu erkennen, aber hierbei handelt es sich um den Lichteinfall einer Taschenlampe. War schon auch irgendwie ein bisschen gruselig, wenn auf einmal eine andere Gruppe Taucher_innen aus der Dunkelheit erscheint.
18.03. Sihanoukville, beziehungsweise Koh Tang
Der Abend gestern endete dann auch ziemlich schnell nach Auftauchen und Abendbrot. Wir waren doch alle ganz schön kaputt. Und für heute stand der erste Tauchgang auch schon für 7 Uhr morgens an. Unser künftiger Advanced Diver musste als erster raus und in 30 Meter Tiefe umherdümpeln. Wir folgten später und kamen am tiefsten Punkt immerhin auf 16 Meter.
Der zweite Tauchgang war dann dem sanften Entspannen gewidmet. Nur 9 Meter Tiefe reichten aus, dass auch der dritte Taucher aus unserer kleinen Gruppe mal nicht ganz ohne Luft aus dem Wasser (inzwischen hatte sich ein Wettstreit unter uns dreien entfacht, wer am Ende noch die meiste Luft im Tank hatte) kam. Unten nutzte Vero ihr Messer, um insgesamt wohl ungefähr 20 Fische aus Käfigen zu befreien, die die Fischer dort vergessen hatten. Damit war sie unsere große Heldin!
Mit diesem fünften Tauchgang endete unser Ausflug. Was sehr, sehr schade war, aber immerhin haben wir neuen Mut gefunden, uns wieder unter Wasser zu wagen. Wer irgendwann auch mal hierher kommt und auch tauchen (lernen) möchte, dem/der würden wir ganz sehr folgendes Dive-Center empfehlen. Wahnsinnig nette Menschen, denen die Sicherheit der Leute an oberster Stelle steht. Und gleich danach der Spaß am Sport und Unterwasserwelt..
Zum Abschluss des Tagesberichts noch etwas Skurilles:
Bei genauerer Betrachtung des letzten Bilde, man muss mir der Nase bis auf einen Abstand von 7,3cm an den Bildschirm ran, kann man relativ links mittig ein Flugzeug erkennen. Das steht auf dem Dach eines nicht ganz fertig gewordenen Hauses. Und es ist kein kleines Flugzeug. Vero erzählte, dass ein reicher Russe sich dieses Spielzeug auf sein Dach gestellte hat, dann aber die Lust (oder das Geld?) am Gesamtprojekt verlor. Und nun steht es da, auf dieser Ruine und diente zwischendrin sogar mal als Disco.. Reiche Menschen haben manchmal sehr absonderliche Ideen.
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