Freitag, 24. Januar 2014

21.01. Nha Trang

Der heutige Tag stand unter dem Stern des Kochens. Und obwohl das Verwöhnen gustatorischer Sinne ins Resort von Suse fällt, muss ich wieder den Eintrag in unser Blog-Buch übernehmen.

Treffpunkt war gleich morgens um 9 an unserem Lieblingslokal, dem Lanterns. Die hießen uns und die übrigen Gäste herzlich willkommen und teilten uns den Ablauf des Tages mit. An dem sollten insgesamt 9 Personen aus dann doch nur zwei Nationalitäten teilnehmen: 6 Australier_innen und 3 aus Deutschland (und niemand aus Russland, das muss man bei der Situation in Nha Trang nochmal hervorheben).
Bevor man kochen kann, braucht man Zutaten. Das heißt also, dass wir erstmal zum Markt radeln mussten. Dort dann einkaufen und zurück. Vorm Lokal warteten schon die Rikshas auf uns. Langsam gings los und auf einmal rauschte die Riksha mit Suse an mir vorbei und setzte sich an die Spitze unserer Gruppe.




Am Markt wurde dann zu erst Gemüse gekauft. Und bevor jetzt die hiesige Leser_innenschaft denkt: "Boah nee ey, der zählt wirklich alle Zutaten auf!" will ich dem entgegensteuern und nur die Besonderheiten aufzählen. Nämlich, dass die Köchin, die uns begleitete wunderbar erklärte, worauf man so achten sollte beim Einkauf. Und sie stellte uns einige Spezialitäten vor, sowie deren potentielle Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt.





Dann gings richtig rein in den Markt und uns umfing ein Geruch, wie auf dem ersten Markt in Saigon (Ihr erinnert euch? So ne Mischung aus Rind, Schwein, Huhn, Oktopus und Fisch). Und während wir so durch dir Abteilungen schlenderten und mal nach links und mal nach rechts geschubst wurden von der hiesigen Bevölkerung, kamen wir zum Bereich der Meeres- und Flussbewohner_innen. Das ist schon alles n bisschen gewöhnungsbedürftig. Da liegen die Krabben, alle bis auf eine, aufm Rücken mit zusammengebundenen Beinen. Die versuchte mit ihrem erworbenem Handicap irgendwie zu entkommen, kam aber nicht weit. Nur bis zum nächsten Suppentopf. Aale sind auch da, allerdings sind die so umtriebig, dass die Verkäuferinnen ein Netz um die Behälter gebunden haben, da können sie (die Aale) nicht entfleuchen. Und dann waren da noch andere Netze, mit Fröschen. Auch das nimmt man erstmal so hin. Bis.. *Klock*... *Klock*. Während ich mich so umschaute, woher das Geräusch stammen würde, sah ich die alte Frau auf dem Boden hocken. Und ich sah einen Frosch in einer roten Schüssel, auf dem Rücken liegend. Der eine Fuß zuckte noch ein bisschen. Und dann sah ich, wie die alte Frau den nächsten Frosch aus ihrem Netz nahm und *KLOCK* auf den Boden klatschte. Und dann ab in die rote Schüssel. Und eh man sich versah machte es wieder *Klock*. Und so ging es immer weiter. Nur einmal war sie nicht präzise genug. Da meinte der Australier neben mir: "Oh look, he's got a second chance!" Er zeigte also auf einen der Frösche, der den ersten Schlag überstanden hatte und gerade wieder aus der roten Schüssel hüpfen wollte, doch die alte Dame war schneller.. *Klock*..





Suses Gesichtszüge sind auch total entglitten, als sie die Geräusche ihrer Ursprungsquelle zuordnen konnte. Dabei wars fast schon wieder witzig, wie sie versuchte Augen und Ohren vor dem Drama zu verschließen aber ihre Kamera voll drauf hielt. Das Video würden wir Euch an dieser Stelle aber dann doch vorenthalten.
Naaaajaaaa.. Das Menü, welches wir zubereiten sollten sah dann auch Frosch mit vor. Und so hat die alte Dame eines ihrer Opfer aus der Schüssel geholt und ruckzuck in handgestoppten 21 Sekunden die Füße und Kopp abgesäbelt, enthäutet und das Gedärm entfernt.
Nachdem wir also das überstanden hatten, Froschmassaker und Verkehrschaos, konnten wir endlich anfangen zu kochen! Und man, war das lecker! Neben all den köstlichen Sachen gabs auch ein paar sehr, sehr merkwürdige zum probieren. Angefangen bei dem Frosch. Hier meinte übrigens die Köchin bei einem Blick in den Topf: "Oh look, he's still moving!" Das hätte sie besser nicht sagen sollen, denn tatsächlich bewegte sich das Bein des armen Moorbewohners immer noch.. Angeblich wegen der Gewürze, die auf die Muskeln treffen, aber die kann ja viel erzählen!
Und dann gabs noch solche Sachen hier:

Tausendjähriges Ei
halb ausgebrütetes Entenei
Letztgesehenes ist wohl sowas wie eine Spezialität. Es hat sich aber niemand aus dem Kochkurs getraut mal dran zu knabbern. Unsere Chefköchin meinte auch, dass sich Vietnamnes_innen dies auch nur bei absoluter Dunkelheit gönnen. Im hellen würde niemand ein Entenembryo essen wollen. Daraufhin fragte ein Australier, ob er es richtig verstanden hätte, dass auch die Embryonen verspeist werden. Als die Frage bejaht wurde, war sein Gesichtsausdruck ungefähr so:

Weniger erfreut, ohne winken, sonst aber sehr ähnlich. Leider ging auch dieser schöne Vor- und Nachmittag irgendwann vorbei und wir gingen satt und n bissl stolz zum Strand. Eigentlich, um mal Strandatmosphäre zu schnuppern, aber s war halt dann doch n bissl frisch. Und ich kann mir jetzt das Geschimpfe vorstellen, das losgeht zwischen Jena und Pölzig, Magdeburg und Dresden und, und, und... Ja, es war frisch! Da lagen welche im Pullover, IM PULLOVER und lasen ihre Bücher. Und Wellen, fast wie bei "Gefährliche Brandung". Auf jeden Fall lies sich jetzt schon erahnen, dass das keine guten Voraussetzungen für den Tauchgang am nächsten Tag waren.


Und zum Abschluss des heutigen Tages noch ein ganz besonderes Fundstück:


 22.01 Nha Trang und Fahrt nach Hoi An

Der Tag begann, wie die meisten anderen zuvor auch, sehr zeitig. Schon wieder den Wecker ausstellen müssen, schon wieder zeitig aufstehen, schon wieder grummelig deswegen. Aber der Weg ist das Ziel und das war heute tauchen zu gehen.
Abgeholt direkt am Hostel tuckerten wir von Unterkunft zu Unterkunft und sammelten die restlichen Wasserratten ein. Zu neunt (schon wieder neun, ist ja irre) wurden wir an Bord willkommen geheißen.


 Die Idee tauchen zu gehen war leider ein totaler Schlag ins Wasser. Dummerweise hatte es ja die Tage zuvor ganz schön gewindet. Die Folgen davon sahen wir, als wir dann zuletzt auch mit m Kopp unter Wasser kamen. Man sah nämlich nüscht. Dort, wo sonst 15 bis 30 Meter Sicht herrschen, war die Nebenperson in knapp 1 1/2 Meter Entfernung nicht zu erkennen. Der Tauchgang endete also schon nach 3 Minuten. Ärgerlich, aber lässt sich ja och nüscht dran ändern. Sind wir halt noch ne Ecke weiter gefahren, wo man wenigstens schnorcheln konnte. Und da gabs dann auch 3 bis 4 Fische zuu sehen sagt Suse. Ich kanns nicht bestätigen, ich blieb an Bord und wartete aufs Mittagessen. Im Prinzip hat sich s nicht so richtig gelohnt, aber wir haben nette Menschen kennenglernt, das ist doch das Wichtigste! Den Rest des Tages ham wir so vertrödelt, bis endlich unser Bus kam, um uns zu unserem nächsten Ziel zu bringen, Hoi An.














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