Ok. Gestern schloss ich mit den Worten, Suse irgendwie zum Stadion zu bringen. Das habe ich bisher nicht geschafft. Aber langweilig war's an diesem Tag trotzdem noch lange nicht. Für heute stand nämlich ne Mopedtour durch die Gegend an. Dabei ist Suse gefahren und ich habe auf dem Rücksitz quasi als Fliegenfänger fungiert. Insgesamt habe ich bei diesem Eintrag die Vorahnung, dass die liebe Verwandtschaft in Jena gerade nen mittleren Nervenzusammenbruch kriegt: --> Moped fahren durch Vietnam?? --> Straßenverkehr??? --> Jesses...
Aber schöööön der Reihe nach. Also Suse schon ganz aufgeregt, weil sie endlich wieder mal auf nem motorisierten Zweirad durch die Gegend cruisen darf. Gesagt, getan. Direkt vorm Hostel gabs dann derlei fahrbare Untersetzer
Mit diesem wunderschönen Gefährt wollten wir die Ruinen von My Son erreichen, was circa eine Stunde Fahrt und 50km Entfernung bedeutete.
Unterwegs gings vorbei an Flusslandschaften, Pagoden, Reisfeldern.. Bis wir uns irgendwann verfahren hatten. Also bin ich los, nach dem Weg fragen und als ich zurück kam, startete das Moped nicht mehr. Kein Mucks. Und nun der große Auftritt hilfsbereiter und Moped-verrückter Vietnamnesen. Erst kam einer, dann noch einer und beide waren sehr, sehr nett. Allerdings konnten wir ihre Art der Diagnosestellung noch nicht ganz zuordnen. Der wichtigste Indikator, ob ein Moped noch funktioniert, ist die Hupe! Nichts anderes. Zumindest drückten die beiden Herren immer wieder auf der Hupe rum, zeigten uns kurz, dass sie noch geht und hupten gleich nochmal. Uns blieb nichts weiter übrig, als zu nicken, lächeln und abzuwarten. Der eine der Beiden schickte uns dann in die nächstgelegene Werkstatt. Dort blieben wir eine Stunde sitzen und bestaunten die Reparaturkünste des Mechanikers. Mittlerweile war die Runde hilfsbereiter Asiaten auf fünf angewachsen. Einer der reparierte, einer der hupte, zwei die guckten und einer der n bissl abseits stand. Letztendlich hamse unser kleines Moped aber wieder ganz gekriegt. Zum Abkassieren kam dann noch ein sechster Mann vorbei. Also gings weiter.
Vorbei an noch mehr Reisfeldern und lustigen Transportbedingungen erreichten wir unser Ziel.
Wahnsinnig beeindruckend das Ganze. Erbaut zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert war die gesamte Anlage ein hinduistisches Kloster und ist heute Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes. Tragischer Weise hat auch hier der Vietnamkrieg seine spuren hinterlassen. Zahlreiche Bombentrichter und ein völlig zerstörter Turm sind die Zeugnisse hier von der Auseinandersetzung.
Mit diesen Eindrücken gings dann zurück nach Hoi An. Und ich muss ja ehrlich sagen, nach ner Stunde Fahrt aufm Mopped tut einem janz schön der Hintern weh. Zur Belohnung waren wir mal noch am Strand, aber nur ganz kurz, und sind dann zum gemütlichen Teil des Abends über gegangen, dem Abendessen.
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