Freitag, 7. Februar 2014

04.02. Halong Bucht

Überspringen wir mal das übliche Prozedere ums Aufstehen und Losgehen und kommen gleich zum wirklich spannenden Teil, der Halong Bucht. Laut Lonely Planet soll man sich den Anbieter einer Reise dahin sehr sorgfältig auswählen, weil man auch hier übern Tisch gezogen werden kann. So sind wir zu einer Reisegesellschaft, deren Touren neben der touristischen Attraktion selbst auch den ökologischen Gedanken in den Fokus rücken. Der Bericht hier ist eher durch Fotos geprägt, denn durch Text, da Worte allein die Schönheit dieses Ortes kaum beschreiben können. Ich versuchs trotzdem zwischendrinne immer mal wieder. Los gings um 8 Uhr morgens. Mit an Bord des Busses, der uns zum Hafen bringen sollte, war auch unsere Tourguide, die diesmal ein ganz hervorragendes Englisch sprechen konnte und dabei witzig war und auf Rückfragen reagieren konnte. Auf halber Strecke hielten wir, ähnlich wie bei unserer allerersten Tour zu den Cu Chi Tunneln an einer Werkstatt an, in der Menschen mit körperlichen Behinderungen, resultierend aus dem Nervengas Agent Orange, arbeiten. Es ist schon erstaunlich, welch starken sozialen Gedanken die Menschen in Vietnam pflegen.So häufig sieht man, dass Menschen, die mehr Glück im Leben haben als Andere eben jenen helfen und man sich gegenseitig unterstützt, wo man kann. Die Hersteller des Gifts haben zwar ehemalige GI's, die bleibende Schäden davon getragen haben, entschädigt, in Vietnam allerdings hat man noch keinen müden Dollar an Entschädigungsgeld gesehen..


Dies war unser Schiff und begrüßt wurden wir von dem jungen Mann mit der Maske vorm Gesicht. Auf die Entfernung war das allerdings n bissl erschreckend. Das Gefühl verflog allerdings, sobald wir an Bord gingen und unseren Begrüßungscocktail in der Hand hatten.



Hätte ich jetzt nicht meine Finger so dicht vor die Kamera gehalten, hätte es ein schönes Foto werden können, allerdings soll es auch nur den Beginn einer sehr, sehr luxuriösen Reise vermitteln, an deren Anfang eben jener Cocktail stand.


Und damit lief die "Treasure Junk" auch schon aus Richtung Halong Bucht. So nach und nach näherten wir uns den Felsen, die dort hundertfach aus dem Wasser ragen. Und währenddessen gabs Mittagessen, nein halt, Lunch, denn Mittagessen wäre begrifflich zu trivial für das 6-Gänge-Menü. Für diese besondere Fahrt habe ich mir sogar mal Seafood gegönnt..


 Nach einer kurzen Pause gings dann mitm Kanu raus.








 




Und da das Wasser wirklich einladend aussah, hielten wir an einem kleinen Strand an, um mal abzutauchen im kühlen Nass. Das war allerdings wirklich sehr kühl. Während man so badete und vor sich hin dümpelte lief die ganze Zeit ein kleiner kanadischer Junge rum und zeigte jedem, der es gar nicht wollte einen Schlammbatzen, den er sich irgendwo mitgenommen hatte. Der hatte vielleicht einen Spaß. Und das auch noch so preisgünstig! Ich glaube, er hat ihn dann trotzdem irgendwo liegen lassen, zum Dinner hatte er auf jeden Fall wieder saubere Hände. Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir auch wieder zurück an Bord.


Und auch zum Abendessen gab es auch wieder ein äußerst delikates 6-Gänge-Menü.. Danach waren wir völlig fertsch. Eigentlich wollten wir uns noch n Cocktail zur Happy hour (war hier mal tatsächlich eine Happy hour und keine wie in Hoi An) gönnen, das haben wir aber knallhart verpennt. Nun ja, da konnten wir auch gleich weiter schlafen.

05.02. Halong Bucht

An diesem Tag sind wir sehr zeitig aufgestanden. Einerseits, um den Sonnenaufgang vor dieser Kulisse mit zu erleben, andererseits wurde an Deck des Schiffes ein Tai Chi Kurs zum wach werden angeboten. Ersteres blieb aus wegen Nebel, zweiteres fand statt. Dabei hatte ich nen ziemlichen Flashback an ein gleichnamiges Seminar, was ich mal belegt habe (Sozialpädagogik machts möglich und es hätte sogar Credit-Points dafür geben können).


Nach nem ganz kurzen Imbiss wartete dann schon die zweite Tagesveranstaltung auf uns, ein Ausflug zum schwimmenden Fischerdorf. Dort leben circa 300 Menschen in 70 Familien. Noch bis zum nächsten Jahr, wenn wir das richtig verstanden haben, läuft dann die Genehmigung aus und sie müssen den Ort verlassen. Die Menschen dort haben diese nur unter der Auflage bekommen, dass sie das Meer vort Ort sauber halten. Dies ist eine ziemliche Mammutaufgabe, da das Wasser wahnsinnig viel Müll enthält. Während wir also von den Fischer_innen herum gefahren wurden, managten diese fast zeitgleich das Rudern und das Fischen nach Müll. Suse hat sehr ehrgeizig dann das Netz des Handelns in die Hand genommen und Müll aus dem Meer geholt.
















In dem kleinen schwimmendem Örtchen gabs sogar ne Schule für die Kinder, wo sie auch in Sachen ökologischen Bewusstseins unterrichtet werden. Und es gibt eine Muschelfarm, in der Muscheln (ach was?!) gezüchtet werden, um die darin enthaltenen Perlen zu gewinnen.




















Mit dem Ende dieser Tour war auch schon fast das Ende des 2-Tagesausfluges erreicht. Zurück an Bord gabs dann noch ein leckeres Frühstück, während der Kapitän des Love-Boats den Hafen wieder anfuhr.Dort stiegen wir wieder in den Bus und fuhren zurück Richtung Hanoi. Auf dem Rückweg kamen wir an dieser Brücke vorbei:


S ist zwar nicht sonderlich gut zu erkennen, aber diese Brücke wurde vom selben Herrn entworfen, der auch für den Turm in Paris verantwortlich ist. Die Amerikaner haben die Brücke im Vietnamkrieg ziemlich ramponiert, weshalb die Franzosen wiederum angeboten haben das gute Stück zu sanieren. Die Regierung in Hanoi hat das aber abgelehnt, um quasi ein Mahnmal an den Krieg nicht zu verlieren.

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