Montag, 17. Februar 2014

Auch ich (Suse) hab was Pho-bereitet...

Die Ausreise aus Vietnam nehm ich mal zum Anlass, Erwartungen der zu-Haus-Gebliebenen (besonders die von Oli) zu erfüllen und bestehende Anfragen zu beantworten. In Pho-lgendem Blogeintrag wird es also nur ums Essen, genauer 's vietnamesiche Essen gehen! Also nehmt euch am besten  'nen Keks und setzt euch.

Ich lese gerade, dass es in Vietnam wohl mehr als 500 traditionelle Gerichte gibt... Das verspricht, ein spannender Blogeitrag zu werden, Achtung er könnte etwas ausu-Pho-rn.

Am beliebtesten ist wohl die Pho, Nudelsuppe, die wir gleich nach Ankunft probiert haben. (Diese erste in Saigon hat Tim neben dem Halong-Bucht-Essen und den Pho24 Phos zu seinem Lieblingsgericht erkoren). Die essen die Vietnames_innen zu jeder Tages- und Nachtzeit (und wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, kann man wunderbare Wortspiele damit machen, es kommen also noch ein paar Pho-r).



Sehr lecker .. "Pho ga" (Nudelsuppe mit Hühnchen) konnten wir nach kürzerster Zeit sagen, während uns die vietnamesichen Worte für "Danke" und "Hallo" dagegen größere Probleme bereiteten.

Die Früchte sind hier auch sowas von zu empfehlen. 


Mangostan - eine meiner Lieblingsfrüchte
Obwohl, Moment! Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: die Durian-Frucht ist eine davon. Riecht und stinkt wie übler Käsefuß und wurde während des Vietnamkrieges von den Viet Con genutzt, um die Amis in die Irre zu führen: Die Amis dachten, da, wo die Viet Con die Durian ausgelegt hatten, seien eben jene versteckt und sind direkt in eine böse Falle getappt.


Es gibt allerdings auch ne Frucht, die so ähnlich aussieht wie die Durian, aber sehr anders schmeckt, nämlich wie Kaugummi: die Jackfruit




















Wie gesagt, ansonsten sind die angebotenen Früchte toll: saftig, süß, überreif und geschmacklich um Längen besser als bei uns.











 




Das tolle ist, dass die so süß sind, dass sie auch gern mit ein paar Eiswürfeln in den Mixer geworfen werden und dann einen super leckeren Shake ergeben! Njamnjam ….

Dragonfruit Shake - Tims Liebling
Übrigens (und damit möchte ich Till antworten und freue mich, dass auch andere Interesse an Essen und Getränken haben und nicht nur ich) mein Lieblingsgetränk ist - soweit - der Passionfruit Shake...
 

Tims ist – ganz klar – der vietnamesische Kaffee: dickflüssig, so stark, dass er danach rumläuft wie n aufgezogenes Erdmännchen und mit wahnsinnig süßer Kondensmilch „verdünnt“.

 

Essen wird hier nicht nur genutzt, um Hunger bedingtes Magengrummeln zu beseitigen, sondern auch, um Geister zu besänftigen oder diese um Glück fürs neue Jahr zu bitten.

 





Zum Frühstück gibt's übrigens Pho-zügliche Backpacker Omelettes, Baguette und Obst.



Neben der Pho gibt’s auch gebratene Nudeln in allen Varianten, schmeckt her-Pho-ragend und ist meine zweite Hauptnahrungsquelle. Übrigens sollte man die Stäbchen nicht ins Essen spießen - so wie wir's hier fürs Foto unwissend getan haben, das kommt einem Erstechen gleich und bedeutet damit Tod, also nicht so schön!




Außerdem gibt's neben den sehr preisgünstigen Restaurants auch unzählige „fliegende“ Straßenhändler_innen, die alles Mögliche anbieten: Früchte, gegrilltes Hühnchen, getrockneten Octopus und belegte Baguettes



Nha Trang
Da Tim zwar von unserem Kochkurs berichtet hat, aber gar nicht erzählt hat, was wir nun kochen können – vermutlich hat er Angst, er muss nach Rückkehr Neugierige von seinen neuen Künsten überzeugen - will ich euch mal kurz den Mund wässrig reden: Wir haben 'n 3gängiges Menü gezaubert, bestehend aus frischen Frühlingsrollen (Reispapier, Nudeln, Gemüse und Schrimps) als Pho-speise (hahas, schon wieder), Hot Clay mit chicken, pork, shrimps oder auch frog (Hühnchen, Schwein, Schrimp oder Frosch, mit Gemüse, ordentlich Gewürzen, in leckerem Sud) als Hauptgericht und flambierter Banane oder Mango als Nachspeise.


Be-Pho-r wir allerdings anfingen zu kochen, waren wir ja noch aufm Markt, um neben den bereits beschriebenen uns doch sehr, nun ja, den Atem stocken lassenden Erlebnissen wie der Klockgeschichte (die mich im Übrigen die Farbe annehmen lassen hat, die der Frosch zuvor hatte) auch Netteres zu erfahren: Wir haben Sugercane Juice, Zuckerrohrsaft, probiert. Die Zuckerrohre werden durch ne Presse gezogen und raus kommt ein sehr süßer, schmackhafter Saft.


Da Vietanm ja mal französische Kolonie war, ist hier auch noch viel französisch-kulinarischer Einfluss (neben Fröschen) zu spüren: die Baguettes, Kuchen… 

 




















... und Crepes




Das Geld, das wir vom misslungenen Tauchversuch zurückbekamen, haben wir, wie ich finde, sehr sinnvoll investiert.






Hoi An



Durch die regionaltypischen Spezialitäten mussten wir uns auch durchprobieren. In Hoi An sind besonders cao lau (teigige flache Nudeln mit Croutons, Bambussprossen, Gemüse und Schweinefleischstreifen)

 

Wantan (in Teig gehülltes Fleisch) – Suppe

 

 und die "Weiße Rosen" (gedünstete in Reispapier gewickelte Garnelen) berühmt.
 


Da sich unsere Mägen erst einmal an die etwas kleineren asiatischen Portionen gewöhnen müssen (Tims ist schließlich das üppige 3-Gänge-Menü aus der Bundeswehrkantine gewöhnt), gelüstet uns ab und zu auch mal nach Gebratenem und Gesottenem:


Über die Feiertage gab's süße Bonbons und Melonenkerne zu naschen... Überall wo wir hinkamen, haben wir Geräusche wie im Vogelkäfig vernommen, denn die Kerne werden erst aufgebissen und dann das Innenleben verspeist. Allerdings sind die Kerne relativ geschmacksneutral, sodass es vermutlich nur der Beschäftigung dient, denn das Aufbeisen gestaltet sich bisweilen als Herausforderung. Entsprechend sah's auch unter den Tischen aus...

 

Hanoi

In Hanoi ist das Streetfood ganz besonders zu empfehlen und allem anderen Pho-zuziehen - die Pho hier war eine der leckersten, die wir hatten!

Außerdem haben wir noch lustige Nascherein probiert: ein Waffelteigsandwich gefüllt mit süßen Bohnen


 und diese Dinger hier:


.. schmecken wie roher Plätzchenteig gefüllt mit Eis und Maracujasaft.

Halong Bucht 

Dass Essen, was es aufm Boot gab, war sowas von ngon (lecker)!




 und dann gab's abends noch nen kleinen Kochkurs, der darin bestand, den Koch des Bootes und seine Fingerfertigkeit zu bestaunen. Der hat aus ner Rübe ne Blume und aus zwei Tomaten Schwäne gezaubert... und das sollen wir nun nachmachen mit unserer chronischen Grobmotorischkeit..


So, das war jetzt aber wirklich viel Futterei und ziemlich anstrengend... Aber auf meinen Vorschlag hin, wir müssten jetzt weniger essen, damit's das nächste Mal nich so viele Fotos werden, hab ich nur 'nen bösen Blick geerntet. Also essen wir fleißig weiter und fangen am besten gleich damit an! Ist nämlich mal wieder an der Zeit...


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen