... Strand ... Kokosnuss ... Baden ... das übliche halt, was man hier so machen kann, wenn man gerade mal nicht die Unterwasserwelt bestaunt. Zwischendurch haben wir noch ein paar Kinder mit der Frisbee-Scheibe begeistern können. Und zu guter Letzt sind wir nochmal am Dive-Center vorbei und haben zum Abschied noch ein kühles Bierchen und n kühlen Mango-Saft mit Vero, Michael und Michaela (den beiden angehenden Dive-Master) getrunken. So entspannt endete der letzte Tag in Sihanoukville
Trotz Verbotsschild müssen jeden Morgen ein paar Frauen den Müll vom Abend zuvor entsorgen. Hat n bisschen was von Alaunpark, beziehungsweise Paradies..
20.03. Sihanoukville - Kampot
Zunächst wieder 'ne Busfahrt. Reichlich unspektakulär, mehr Leute, als eigentlich im Minibus sein dürften ist nichts Neues mehr. Leute, deren eigentlicher Bus sie nie abholte und sie deswegen in unserem mitfuhren, ist nichts Neues mehr.. Viele Anekdoten können wir also für hier und jetzt nicht präsentieren, tut uns leid!
Dennoch, oder gerade deswegen sind wir wohlbehalten in Kampot angekommen. Ein niedlicher, kleiner und verschlafener Ort. Nüscht los hier! Also ham wir uns in aller Ruhe ein Guesthouse gesucht, wurde von den TukTukfahrern weitestgehend in Ruhe gelassen und sind dann, im Sinne unserer Tour der guten Taten ins EpicArts Café gegangen. Dort arbeiten gehörlose und Menschen mit körperlichen Behinderungen. Und sie leben ihre künstlerische und handwerkliche Ader aus, deren Ergebnisse man hier kaufen kann. Hübsches Café und leckeren Kuchen gibts.. Hups, jetzt hab ich Suses Essensblog vorweggegriffen, hoffentlich ist se nicht böse.. *gucke nach rechts. alles ruhig. kann also weiter gehen*
Und dann sind wir noch n bissl durch den Ort gestapft. Viel ist wahrlich nicht los, die Menschen hier scheinen aber insgesamt wieder freundlicher als in Sihanoukville. Vielleicht, weil die Tourist_innen wieder netter sind, nur ne Vermutung!
21.03. Kampot
Also von meiner Seite gibts heute nichts zu erzählen. Ich hab nur im Café (EpicArts Café, wegen des Kuchens und der guten Taten) gesessen und gewartet, dass Suse zurückkommt. Sie hat SPAnnendere Sachen erlebt heute:
Das hab ich wohl! Ich hab nämlich 'nen Flyer entdeckt, auf dem ein Women's Spa beworben wurde. Aber das ist kein gewöhnliches Spa, sondern eine Wohlfühloase nur für Frauen, in der Frauen arbeiten, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und früher bspw. häusliche Gewat erlebt haben. Mit der Einrichtung bekommen sie eine Chance zur Unabhängigkeit und der Förderung des Selbstwertgefühles (aufgrund positiver Feedbacks für getane Arbeit). Ob ich nun nach einem 2monatigen Urlaub noch extra Entspanung nötig hatte oder nicht, war egal, ich musste dahin (ganz im Sinne der Tour der guten Taten wie der Tim so schön sagt.
Also bin ich nach unserem gemeinsamen Frühstück aufgebrochen und erreichte auch bald das am Flussufer gelegene Spa. Nachdem ich die Tuktuk-nicht-passend-Bezahlerei-Geld-nicht-wechseln-können-und-dann-doch-wechseln-können-Angelegenheit hinter mich gebracht habe, wurde ich nett empfangen und zu einem lauschigen Plätzchen am Ufer geführt, um mir bei einem Tässchen Tee mein Menü auszusuchen.
Und das hier sollte es werden:
Los ging es also mit einem Ganzkörperscrub und anschließendem Steam. Dazu wurde ich von oben bis unten mit einer milchigen Flüssigkeit mit Kräutern und Krümeln eingeseift und dabei etwas massiert. Dabei hatte ich wohl die meiste Angst, dass meine sonnengebräunte Haut abgerubbelt wird und die Mühe der letzten Wochen umsonst war.
Anschließend musste ich mich auf ein Holzhöckerchen setzen unter dem ein dampfender Topf mit Kräutern und heißem Wasser stand. Das Höckerchen hatte ein Aussparung, die Assoziationen an mittelalterliche... naja egal. Hier diente die Aussparung jedenfalls dazu, den Dampf schön aufsteigen zu lassen. Und dann saß ich da und musste unter dem Umhang sitzen und atmen und vor allem schwitzen... hmm, nach drei Wochen Kambodscha sehnte ich mich doch etwas mehr nach einem eiskalten Getränk. Nach gefühlten 60min und tatsächlichen 30 musste ich abbrechen, mir wurde es doch etwas zu heiß.
Nachdem die Welt aufgehört hat, sich zu drehen, konnte ich zum nächsten Programmpunkt übergehen: einer Massage von Kopf bis Fuß, ohne schwitzen, mit Ventilator. Das war schön - und entspannend! Keine Zehen im Ohr, kein Ziehen und Zerren. Einfach schön massiert werden. Das hätt' noch 'n Weilchen so weitergehen können, also für mich jedenfalls.
Bevor ich mich zum nächsten Programmpunkt begebe, wollte ich ein Bad im Fluß nehmen. Den Sarrong (ein großes handtuchartiges Stoffstück) durfte ich dazu nutzen. Die Khmerfrauen baden und waschen sich mit so einem umgebundenen Sarrong. Aber es scheint, als bräuchte es etwas Übung, denn nun ja, Stoff schwimmt ja bekanntlich im Wasser. Mehr möchte ich nicht sagen, nur noch, dass ich den Kampf gewonnen hab und das sicher auch zur Freude der in einiger Entfernung sitzenden Backpacker_innen.
Erschöpft von dem Kampf bin ich zum nächsten Programmpunkt getappt.
Jetzt erwartete mich eine Maniküre, nein Moment! Ein luxuriöse Maniküre. Und nebenbei sollte ich meinen zuvor ausgesuchten Drachenfrucht-Lassi schlürfen können. Da hatten wir aber nicht die Rechnung mit der großen Hochzeits- oder was-auch-immer-Party in Kampot gemacht. Die dafür genutzten Lautsprecher zogen nämlich so viel Strom, dass die ganze Stadt - ausgenommen die Party natürlich - plötzlich ohne Strom war. Also änderte ich den Wunsch in einen Fruchtsalat, zu dessen Zubereitung kein Mixer benötigt wird. Während meiner Maniküre saß eine US-Amerikanerin neben mir, die im SPA Yogaunterricht gibt, sodass die dort arbeitenden Khmer-Frauen bald schon ohne sie Yoga anbieten können. Mit ihr als Übersetzerin konnte ich noch etwas mehr Khmer lernen und kann nun freche Tuktukfahrer auch als eben solche bezeichnen.
Leider musste ich feststellen, dass Spa'en wohl nicht ganz meine Entspannungsmethode ist, da ich die ganze Zeit Angst um meine Sonnen bebräunte Haut hatte, überlegte, was als nächstes kommt, wie ich den Aufguss nett und ohne große Aufmerksamkeit beenden oder es den Damen am wenigsten anstrengend gestalten könnte. Und nach dem Bad im Fluss war jeglicher Entspannungszustand sowieso wieder hinüber. Ich brauch wohl eher etwas mit Anstrengung und Adrenalin, aber soll ich auch ganz bald bekommen...
Dennoch war's ein tolles Erlebnis.
22.03. Kampot
Heute wa's gruselig! Heute stand nämlich der Besuch einer echten Geisterstadt (und des Drehortes zum Film Ghost City mit Matt Dillon - hat den irgendwer gesehen?) an! Mitten in Kambodscha! Huuuuuuu... Buh! Na, erschrocken? Wir och nicht, aber schön war's trotzdem!
Per Bus gings erst einmal durch den Ort. Das muss von oben sehr lustig ausgesehen haben, sind wir doch richtig schön, kreuz und quer durch Kampot gedonnert. Ein Hotel haben wir sogar zweimal angesteuert, erst haben wir eine Belgierin eingesammelt und später noch ein französisches Pärchen. Dann stieg noch eine Gruppe Russ_innen zu, die uns fragten woher wir kommen und nach unserer Antwort auch nichts mehr mit uns zu besprechen hatten.
Dann gings los in den Bokor-Nationalpark. Und das bedeutet, auf den höchsten Berg der Umgebung, immer schön in Schlangenlinien. Bis einer kotzt!
Oben gabs erstmal Nebel. Und Kälte. Suse hat ganz schön Gänsehaut bekommen, weil sie so gefroren hat. Vor lauter Kälte war's schwer, die interessanten Sachen nicht aus den Augen zu verlieren (wobei das wortspieltechnisch eher auf den Nebel passen würde).
Die erste Sehenswürdigkeit (gleich noch ein Nebel-Wortwitz) war der ehemalige Landsitz des Königs. Allerdings ist nicht mehr viel übrig geblieben von Villa, Küche und Konkubinenhaus. Die roten Khmer haben auch hier ganze Arbeit verrichtet.
Nächster Halt war ein ehemaliges Casino in den Bergen. Um dahin zu kommen, muss man allerdings am neuen Casino vorbei. Das ist ein übelster Klotz mitten in der Landschaft und uns wurde nicht so richtig klar, für wen das Ding eigentlich sein soll. Tourist_innen und/oder Glücksspielsüchtige waren jedenfalls nicht zu sehen. Aber wir wollten ja eigentlich vom alten Casino der Franzosen reden.
Erbaut in den 1920ern diente es den französischen Kolonialisten als Stätte der Ablenkung, des Zeitvertreibs und Geldverschleuderns. 1975 flohen die Franzosen vor den Roten Khmer, die ihrerseits das Gebäude plünderten und verfallen ließen.
Es ist schon ziemlich beeindruckend durch die Hallen und Räume zu wandern und sich vorzustellen, was und wer hier so alles war. Allerdings waren Suse und ich hier die Hauptattraktionen. Das verlief folgerndermaßen. Suse wollte gern ein Foto von sich auf dem Dach des Casinos.
Soll sie haben. Nachdem das erledigt war, bin ich auch hoch und sah Suse bereits umringt von einer
Schar asiatischer Jugendlicher. Und alle wollten sie ein Foto von und mit ihr haben. Ich wollte die Szene selbst gern bildhaft ablichten, hatte aber ruckzuck auch zwei Teenager an jeweils einem Arm hängen, was wiederum die Aus- und Durchführung von Fotos erheblich erschwerte. Und immer wenn man dachte, jetzt könnte es klappen, waren die nächsten da..
Nachdem wir uns loseisen durften, sahen wir noch das verfallene Hotel, was zum verfallenen Casino gehörte und ein paar andere Häuser. Dummerweise hat irgendwer die Erlaubnis erteilt, dass dort oben aufm Hügel und inmitten der Geisterstadt wieder gebaut werden darf. Das neue Casino, eine schicke Villa und ein neues Hotel nehmen der Atmosphäre doch ein bisschen den Charme.
Ach, fast ham wir's vergessen! Als wir uns so das Gelände des Casinos anschauten, wurden wir, nach der Fotosession auf dem Dach, auch noch zum Landeplatz für Schmetterlinge.
Aber, wir waren nicht die Einzigen! Im Garten saßen nämlich noch ein paar ältere, ganz in weiß gekleidete Damen. Diese schenkten uns erst ihre Süßkartoffeln und wurden dann auch von den Schmetterlingen beparkt.
Hach, wie schön! Die Süßkartoffeln verschenkten wir übrigens weiter, wenn auch nur mit schlechtem Gewissen. Aber so ganz unser Fall waren sie dann doch nicht (schmeckten schon etwas älter). Zuletzt gab's in der Geisterstadt noch eine Kirche zu sehen. Auch diese wurde verlassen, als die Roten Khmer kamen.
Und hinterm Haus gabs noch eine grandiose Aussicht zu bestaunen. Regenwald und Fluss und Kampot und weite Ferne..
Anschließend gabs dann Mittag. Das war aber.. hmm.. wie drücke ich es aus.. wir haben es weiter verschenkt. Bevor wir's ganz wegwerfen, geben wir's lieber jemanden, der/die es hoffentlich mehr zu schätzen weiß.
Danach war hier erstmal Schluss. Wir fuhren wieder nach Kampot, überfuhren dabei fast ein paar Affen, die noch unbedingt über die Straße rennen mussten und kamen dann, mehr oder minder wohlbehalten (fragt mal Suse, der gings gar nicht gut) im Städtchen an. Dort machten wir kurz 'ne Kaffeepause, um uns dann mal wieder auf ein Boot zu wagen. Ich dachte eigentlich, wir hätten was aus der Seekrankheit gelernt, die uns auf dem Weg zum Tauchen ereilt hatte. Aber nö..
Aber das war dann doch alle Übelkeit wert..
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